Glocken

Die Glocken in der Erlöserkirche haben eine ganz besondere historische Bedeutung:

Gegossen wurden Sie 1925 von der Glockengießerei Ulrich in Kempten.

Im Zweiten Weltkrieg begannen die Nationalsozialisten um 1940 mit der Erfassung aller Kirchenglocken, um an die für die Rüstungsproduktion wichtige Bronze zu gelangen. Glocken aus der Zwischenkriegszeit waren die ersten Opfer der Erfassung, besaßen sie doch noch so gut wie keinen kunsthistorischen Wert.

So wurden auch die beiden größten Glocken der Erlöserkirche abgeliefert. Allerdings kamen beide nach dem Krieg aber vom Glockenlager zurück.

Das Geläut der Erlöserkirche gehört nach jetzigem Kenntnisstand zu insgesamt nur sieben komplett erhaltenen Bronze-Geläuten der Zwischenkriegszeit in Bayern (und zu bislang bekannten 45 in ganz Deutschland).

Es ist das einzige der Glockengießerei Ulrich in Kempten, das in Deutschland komplett erhalten ist und das einzige evangelische Geläut der Zwischenkriegszeit in Bayern!

Wenn man davon ausgeht, dass in Deutschland weit über 40.000 kirchliche Gebäude mit Glocken existieren, aber nur bislang bekannt 45 Bronze-Geläute (eventuell etwas mehr) aus dem Zeitraum von 1918 bis 1939 komplett erhalten sind, wird deutlich, wie bedeutsam das Immenstädter Geläut ist.

Geläutedisposition

Die Geläutedisposition der Glocken hat die Schlagtöne: c'', a'', fis'

Text:
Sebastian Schritt
(Campanolge)

Bilder:
Sandro Sommerfeld

Glockengeläut - Erlöserkirche